Regeln und Rituale

Regeln und Rituale sollte es in jeder Erziehung geben.
Meiner Meinung nach, ist es sonst keine richtige Erziehung und schadet auch später dem Kind.
Kinder brauchen feste Zeiten, feste und gewohnte Rituale, die ihnen Sicherheit geben.
Mia taten diese Rituale schon immer gut, auch mit 6 Monaten schon!
So schlief sie z.B schon immer gut ein.
Zwar nicht durch, aber da sind wir zum Glück auch langsam auf dem richtigen Weg.

Morgens gibt’s immer ’nen Kakao, ja, direkt nach dem Aufstehen.
Wir gucken gemeinsam Kika, nach ca 20 min wird sich angezogen (was sie alleine anziehen kann, lass ich sie auch) und dann Zähne geputzt.
Vor der Kita bekommt sie immer Gurken und Tomaten und für die Kita dann ein Brot oder Baguette mit Käse, Leberwurst etc.

Wir verlassen gemeinsam das Haus und gegen Nachmittag ist sie wieder bei mir.
Je nachdem gehen wir erst nach Hause, wo wir gemeinsam was essen oder spielen wie malen, kneten, Puzzle, diverse andere Spiele, Bücher lesen oder einfach nur kuscheln. Manchmal machen wir hier aber auch ’ne kleine Party und tanzen durch’s Haus.
Oft gehen wir aber auch einkaufen, treffen Freunde oder gehen mit dem Max raus.

Am Abend wird gegen 18 Uhr gegessen, danach sich fertig gemacht wie umziehen und Zähne putzen.
Fernsehen lass ich in der Woche am Abend weg, da die Kita mit all ihren Kindern und den Unternehmungen danach wohl genug an Reizüberflutung bieten.
Stattdessen wird wieder vorgelesen und gekuschelt.
Auch darf sie mir erzählen, wie sie den Tag so fand, aber nur wenn sie möchte.
Dasselbe frage ich sie nach dem Kindergarten.

Am Wochenende sieht alles sehr entspannt aus.
Wir gucken meist einen Film am Morgen, frühstücken im Bett und es gibt auch mal 2 Kakaos.
Ich putze dann meistens die gesamte Wohnung und Mia spielt für sich oder Max beschäftigt sich mit ihr, vorausgesetzt er ist schon wach. Lassen ihn immer ausschlafen, da ich eh weniger Schlaf als er brauche.
Was wir dann machen, ist sehr unterschiedlich.
Ob spazieren, essen gehen, Kino, zur Oma, Tierpark, Kinderspieleparadis oder oder…da gibt’s genug Sachen die man mit einem Kind machen kann.

Abends ist es dann aber wieder dasselbe, gerne aber auch mal eine Stunde später oder so.
Es ist Wochenende und das soll sie auch merken.

Mia darf meiner Meinung viel, da ich ihr das Gefühl von Kindheit, Glücklichsein und Lockerheit übermitteln möchte, nutzt sie das allerdings aus, wird hier auch die Leine zurück gezogen getreu dem Motto : Nutzt du meine Gutmütigkeit aus, wird sie weniger.

Auch werden Konsequenzen die angedroht werden zu 100% durchgezogen und fruchten nach einiger Zeit wirklich sehr, auch wenn es mir schon das ein oder andere Geschrei sprich Theater in der Bahn bzw. in der Öffentlichkeit beschert hat.

Sie hat sich selbst abzuputzen wenn sie auf Klo war, sich selbst anzuziehen soweit sie es eben kann und auch andere Dinge müssen selbstständig gelöst werden.
Auch das Aufräumen muss selbst getätigt werden, ansonsten darf nicht das nächste Spiel ausgepackt werden.
Weigert sie sich, hat sie auf gut deutsch Pech gehabt, bis sie es eben wegräumt.
So ist das auch mit dem Essen.
Sucht sie sich was aus, hat sie erst das ganz aufzuessen, bevor es was anderes bzw. was Neues zu essen gibt.
Auf Parkplätzen und bei Straßen MUSS sie mir die Hand geben und beim einkaufen darf sie sich eine einzige Sache aussuchen, mehr nicht.

Dafür darf sie halt wie schon geschrieben bei mir im Bett frühstücken, muss im Restaurant nicht auf Teufel komm raus auf dem Sitz sitzen bleiben und Süßigkeiten sind hier ebenfalls erlaubt.

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine Erziehung geben und muss sagen, Mia ist meiner Meinung nach ein tolles Kind geworden.
Ja, sie ist im Trotzalter, sie rastet mal aus, schreit und weint aber..es gibt schlimmeres, da dies nicht alltäglich ist.

Viel schlimmer ist das nicht durchschlafen wollen.
Das allerdings, haben wir tatsächlich dank eines Plakates mit Glitzersternen gelöst bekommen.
Für jede durchgeschlafene Nacht gibt es morgens einen Stern und nach 10x darf sie sich was aussuchen wie ein kleines Geschenk oder eine Unternehmung.

Jeder soll sein Kind so erziehen wie er es für richtig hält aber wenn man merkt, es läuft nicht richtig, darf man sich gerne mal Anregungen holen.
Auch ich hab nicht immer alles richtig gemacht und mir nach und nach alles zusammen gewürfelt.
Wichtig ist nur, dass am Ende was bei rauskommt, womit Mama und Kind glücklich miteinander sind.

4 Comments on Regeln und Rituale

  1. Melina
    3. Januar 2016 at 21:37 (2 Jahren ago)

    Sehr schön geschrieben und die absolut richtige Einstellung !! Jeder muss seinen eigenen Weg finden und so erziehen, wie er es für richtig hält. Bist im Thema Mama sein ein echtes Vorbild 🙂 sollte ich mal Kinder kriegen, werde ich definitiv vieles berücksichtigen, was du erwähnt oder berichtet hast. Kann es nicht oft genug sagen, danke dir Jill! Für alles. Für deine Berichte, deine Offenheit und Ehrlichkeit !!

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  2. Laura
    7. Januar 2016 at 8:18 (2 Jahren ago)

    Das hast Du wirklich schoen geschrieben, bloss mit dem Aufessen wuerde ich es persoenlich anders handhaben. Die Augen sind meist groesser als der Hunger – ich weiss noch genau, dass ich damals es damals in der Grundschule Muesli gab und meine Lehrerin mich wirklich gezwungen hat alles aufzuessen. Wenn ich da heute dran denke, wird mir richtig anders – hab auch extreme Probleme etwas nicht ganz aufgegessen zu haben und muss mich zwingen aufzuessen – total bescheuert, weil ich ja heute erwachsen bin und mein eigener Herr. Aber manchmal praegt einen sowas extrem.

    Liebe Gruesse

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    • web17
      7. Januar 2016 at 8:24 (2 Jahren ago)

      Mia muss nicht zwingend ihr Essen aufessen!
      Möchte sie aber was neues zu Essen anfangen, hat sie das Essen was sie angefangen hat, aufzuessen.
      Das hat doch rein gar nichts damit zutun, das ich sie ZWINGE aufzuessen, oder das ihre Augen größer sind als ihr Magen. Sie kann nicht nen Joghurt zur Hälfte essen, dann ein Stück vom Brot und dann eine halbe Banane, was glaubst du schmeißt ich dann am Ende alles weg?..daher, bitte richtig lesen bevor man so einem Kommentar abschickt..

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  3. Marina
    10. Januar 2016 at 21:50 (2 Jahren ago)

    Hallo Jill…

    Ich habe euch,wie so viele, auf instagram entdeckt.
    Ich lese mir deine Einträge durch und habe mittlerweile das Gefühl euch ein bisschen zu kennen😊.
    Du schreibst toll und viel…das führt zwangsläufig zu einer gewissen Beständigkeit und damit zu etwas Gewohntem.
    Als wäre man neben an. Was in meinem Fall ja nun gar nicht der Fall ist.
    Mein Minimann ist jetzt fast neun Monate alt und ich habe auch sehr früh mit den Ritualen/Gewohnheiten begonnen. Sogar schon im dritten Monat, als er in sein eigenes Reich gezogen ist und begann einige Stunden am Stück zu schlafen.
    Wir haben uns ab da an einen festen Rhythmus angewöhnt…bettfertig machen, sprich Windeln,Schlafsack anziehen, Schlafbeleuchtung/Nachtlicht,Gute-Nacht-Geschichte.
    Für Letzteres wurde ich sehr belächelt, schon so früh damit zu beginnen, und Tag für Tag die selbe Geschichte(allerdings konnte ich sie erst in 6.Monat auswendig 😇). Ab da an habe ich auch etwa mit Einschlafmusik angefangen.
    Wir haben uns mit diesen Methoden toll eingefuchst und es klappt. Ich bin sicher ihm gibt das alles ein Gefühl von Beständigkeit und Sicherheit. Das Einschlafen ist noch ein bisschen holprig, zwischen 10 Minuten bis 1 Stunde ist alles dabei. Er schlief die ersten Monaten immer beim Stillen bei mir ein,dann legte ich ihn in sein Bett. Als er plötzlich nicht mehr beim trinken eingeschlafen ist wurde es schwierig. Sobald ich ihn in sein Bett legen wollte gab es wehementen Protest. Das war wirklich anstrengend aber ich habe versucht das Beste für ihn zu machen…ein paar Wochen musste ich ihn umher tragen und trösten bis er einschlief. Dann habe ich entschieden wir müssen es auch schaffen, dass er im Bett einschläft. Das bedeutete viel weinen und langes Zubettbringen und viel trösten und kuscheln über das Bettgitter. Ich habe es zwei Mal probiert ihn weinen zu lassen und das Zimmer zu verlassen,in der Hoffnug er würde sich selbst beruhigen und einschlafen…jede Minute zerriss mir das Herz und ich habe für mich entschieden dies ist keine Methode für uns. Es hat wirklich gedauert aber wir haben es gemeinsam geschafft. Ich kann ihn in sein Bett legen, erzähle ihm 3 Minuten seine Geschichte, kuschel mit ihm (über dem Bettgitter😊) und schließlich schlummert er ein. Heute hat er es in unglaublichen 5 Minuten geschafft! Ich bin unfassbar stolz😍auf ihn.
    Ich sehe,dass Beharrlichkeit und Vertrauen in meinen Minimann und mich unser Weg ist. Und über Stock und Stein gehört dazu.

    Ich finde es toll , dass du versuchst einen Weg für Mia und dich zu finden der ihr zeigt,dass sie nichts falsch macht, wenn sie nicht durchschläft, sondern sie nur gewinnen kann (euer Poster mit Belohnungsgarantie).

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