Elternzeit = mummytime? Ja aber…

Hallo, mein Name ist Boris, wobei mich aller nur Bo nennen und ich bin seit September 2015 stolzer Vater von unserem #supergirlminou.

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Rückblick:

Es war im Januar 2015 als Anne und ich gemeinsam auf den Schwangerschaftstest geschaut haben. Wir konnten es kaum glauben, der Test war positiv. Wir waren endlos glücklich.

Ein paar Tage später schossen uns die wildesten Gedanken durch den Kopf.
Meine Frau hatte Sorgen von „ein Baby – jetzt? –ist es der richtige Zeitpunkt?“ (Anne hatte ihren neuen Job erst vor 2 Monaten angenommen) bis hin zu „oh mein Gott wir bekommen ein Baby und das hat ja noch gar nichts zum anziehen.“
Bei mir glichen die Gedanken eher einem Muster: „ ICH habe Baby gemacht – GUTER Mann, GANZER Mann“.
Es war eine so emotionale Zeit, in der wir viel Glück aber auch viel Anspannung durchlebten.

Heute möchte ich euch von unserer Elternzeit erzählen. Elternzeit, was ist das eigentlich? – Genau das habe ich mich am Anfang gefragt! Denn um ehrlich zu sein, war ich vorher eher mit der Verbesserung meines Handicaps auf dem Golfplatz als mit einem Baby und schon gar nicht mit der Elternzeit beschäftigt.

Also habe ich das gemacht, was der moderne Mann, für den das Internet kein #Neuland ist, so tut. Ich habe die Stimme meines Vertrauens gefragt – SIRI. Ihr werdet kaum glauben, was die dusselige Kuh mir als Antwort gegeben hat: „Ok, ich habe das hier gefunden“ – und es war lediglich eine Definition von Wikipedia. Ich hatte verstanden, SIRI konnte mir nicht weiterhelfen, folglich habe ich google gefragt und google hatte fast 500.000 Einträge für mich in ganzen 0,03 Sekunden zusammengesucht. Meine Güte, dachte ich, eine ganze Menge. Aber ich machte mich an die Arbeit und ackerte „alle“ Einträge durch, in sagen wir ca. 0,06 Sekunden. Nachdem ich die Einträge alle „studiert“ hatte, wurde mir im Anschluss der Bachelor of Elternzeit verliehen. Nur die Hilfe, die ich erhofft hatte, habe ich nicht gefunden. Hey klar, ich konnte jetzt sagen, welche gesetzlichen Ansprüche wir haben und wie das Finanzielle geregelt ist, aber was Elternzeit für eine junge Familie WIRKLICH bedeutet, wurde mir nicht erklärt.

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Und Jetzt?

Pragmatismus der Männer kann in solchen Situationen sehr hilfreich sein, dachte ich.

Wir wussten, da ich ja jetzt den Bachelor of Elternzeit hatte, dass sich der gesetzliche Anspruch von 12 auf 14 Monate erhöht, wenn einer der Partner auch mindestens 2 Monate beansprucht. Das hörte sich für uns gut an, das wollten wir so umsetzen. Also fingen wir an, die ersten Pläne zu schmieden.

Wir haben zunächst immer mit der, wie ich sie nennen möchte, klassischen Variante gespielt. Diese Variante besagte, meine Frau nimmt 12 Monate Elternzeit und ich nehme meine 2 Monate im Sommer und wir verreisen dann in den Süden. Das hätte bedeutet, dass meine Frau sich im ersten Lebensjahr unserer Tochter, abgesehen von unserem längeren gemeinsamen „Elternzeit – Urlaub“, fast ausschließlich alleine um das Kind gekümmert hätte. Mir wäre in dieser Zeit nur der Platz als „Brötchenverdiener“ geblieben.

Erklärung: man muss für den Ausgang dieses Artikels wissen, dass meine Frau und ich in Dresden wohnen, meine Frau dort berufstätig ist und ich in Berlin arbeite. Das bedeutet, ich wäre nur an den Wochenenden zu Hause gewesen und hätte vom Familienleben nicht wirklich viel mitbekommen.

Zurück zum Thema Elternzeit. Da wir uns im Vorfeld schon entschieden hatten, unsere Kleine mit einem Jahr in der Kinderkrippe „einzuschulen“, war die Idee mit dem längeren gemeinsamen „Elternzeit – Urlaub“ schnell verworfen, da wir so keinerlei zeitlichen Spielraum für die Eingewöhnungszeit in der Kinderkrippe gehabt hätten.

Mist, wieder ne Idee, die nicht funktioniert, aber hey auf zu einer Neuen!!!

Kurz gesagt, wir hatten aufgrund von „Einschulung“ etc. nicht unendlich viele Möglichkeiten. Deshalb machten wir kurzen Prozess und entschlossen uns dazu, dass meine Frau die ersten 12 Monate Elternzeit übernimmt, wir in den sauren Apfel beißen und eine, jetzt sogar, „Familien – Fernbeziehung“ führen. An die Elternzeit meiner Frau wollte ich dann die mir zustehenden 2 Monate anschließen lassen. Puh, schwere Entscheidung. Doch es kommt ja erstens immer anders und zweitens als man denkt.

Ich habe während der Schwangerschaft meiner Frau gelesen, viel gelesen, sehr viel gelesen – getreu dem Motto „be prepared“.

Wir sind dann im Juni in unseren wohlverdienten Urlaub nach Kroatien gestartet (Anne war mittlerweile schon rund – und so schön). Wir wollten 4 Wochen bleiben.

Wir haben die Zeit in der Sonne genossen, doch ehrlicherweise war es der erste Sommerurlaub, in dem wir mehr im Schatten als in der Sonne lagenJ. Meiner Frau ging es trotz der großen Hitze sehr gut. Wir haben unseren Urlaub bei gutem Essen, gutem Wein (ok nur für mich) und mit unseren Freunden verbracht.

In mir wuchs allerdings immer mehr der Wunsch einen wichtigeren, größeren Teil im ersten Lebensjahr unserer Tochter zu übernehmen. Also habe ich es das erste Mal angesprochen, ungefähr so: „hey schatz, ich denke darüber nach vielleicht mehr als 2 Monate Elternzeit zu machen“. An die genaue Reaktion meiner Frau kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich bin mir sicher, dass es Momente in unserem Leben gab, in denen sie glücklicher geschaut hat. Das Gespräch war mit einem kurzen „OK“ von ihr auch beendet – ich denke einfach, sie dachte, ich würde eventuell 3 Monate meinen. Im restlichen Urlaub war die Elternzeit dann auch kein Thema mehr. Wir haben einfach genossen in den Tag hinein zu leben, bis zu dem Moment, an dem meine Frau aus den anvisierten 4 Wochen an der Adria 3 Wochen machte. Ihr denkt bestimmt, die große Hitze sei meiner Frau nicht bekommen, aber weit gefehlt. Anne hatte nämlich eine Vision, dass unsere Kleine auf die Welt kommt, bevor das Zimmer der Kleinen fertig ist – es war Anfang Juli, Geburtstermin Mitte September. Jaaaaa ok, dachte ich mir, packen wir unsere Sachen, ab nach Hause, ich tausche gerne die Adriaküste gegen meinen Malerkittel bei gefühlten 40 grad zu Hause. Was aus dem Kinderzimmer geworden ist? – Mission accomplished.

Da mein Urlaub jetzt vorbei war, pendelte ich an den kommenden Wochenenden wieder zwischen Berlin und Dresden. Es war keine einfach Zeit für uns, kann ich euch sagen. Ich hatte eine Menge Zeit zum Nachdenken und habe für mich beschlossen, dass ich mich in die Elternzeit mehr einbringen möchte – kurz gesagt, ich wollte ein größeres Stück vom Kuchen…

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Am Mittwoch geht’s weiter mit dem zweiten Teil des Artikels, seid gespannt und bis dahin, könnt ihr mich gerne auf meiner Instagramseite unter https://www.instagram.com/_lifeofbo/ besuchen.

Bis bald euer Bo.

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