Dein Kind – Dein Spiegelbild

Gestern in der Kita hatte ich ein Gespräch mit unserer Lieblingskindergärtnerin.

Ich hörte mir an, wie Mia sich entwickelt und immer wieder fielen die Worte : selbstbewusst, neugierig, selbstsicher, lebensfroh und glücklich.

Und in dem Moment freut man sich natürlich als Mutter, lächelt zufrieden. Was gibt es schöneres als solche Dinge auch von anderen Menschen über sein Kind zu hören..Ich mein, ich sehe all diese Dinge ja ebenfalls bei ihr und sie bereichern mir ständig meinen Tag.

Die Angst das Mia sich anders entwickelt, war und ist immer da. Denn auch mir als Frau, die die meisten Dinge alleine wuppen muss, gelingt nicht alles ohne Anstrengung. Auch ich muss mal runter kommen, den Haushalt liegen lassen und auch mir ist nicht immer zum lachen zumute. Dann muss sich das Kind auch mal alleine beschäftigen, wenn Mama gerade mal nicht kann und eine Pause braucht.

All das ist normal und hat in der Erziehung bei Mia keinen negativen Abbruch getan.

Sie ist wie sie ist und immer war. Kommt öfters am Tag zu mir, setzt sich in meinen Schoß, legt ihre Arme um meinen Hals um mir dann mit ihrer Mausstimme zu sagen, das sie ihre Mama lieb hat. Spätestens dann weiß ich, es ist alles ok. Puuh, aufatmen, weiter leben.

Der Spruch der Kindergärtnerin aufgrund meiner Sorge Mia könnte evtl. Schaden davon tragen, wenn Mama mal nicht in der besten Laune ist und nicht wie die anderen 6 Tage die Woche mit ihr das „Power-Spaß-Programm“ durchzieht, fand ich im ersten Moment komisch. Sie wäre das Spiegelbild meines Wesens.. ich musste lachen.

Ich musste mir und sowohl auch ihr gestehen, das Mia eher mein kleiner „Retter“ ist. Das ich mir oft am Tag denke : Danke. Danke dass du so bist wie du bist und ich mir immer wieder von dir abgucken darf, wie du durch das Leben gehst. Frei, ohne Sorgen und glücklich. Bereit für die Welt, den nächsten Moment.

In düsteren Momenten denke ich am Ende immer an mein Kind. Denke mir, ich sollte mir eine Scheibe von ihr abschneiden. Gehe zu ihr, nehme sie in den Arm und zack, hab ich mir ne kleine Scheibe abgeschnitten. Und das ganz ohne dass es ihr weh tut.

Aber auf der anderen Seite hatte sie ja irgendwie recht. Ich gebe meinem  Kind den „Nährboden“. Wie oft küsse ich sie, schmuse mit ihr und blödel mit ihr herum? Wie oft spielen wir zusammen, fangen uns und liegen uns lachend in den Armen? Sie bekommt einen Haufen an Aufmerksamkeit, sie bekommt „Nahrung“ zum glücklich sein, zum wachsen mit ganz viel Selbstbewusstsein. Diese „Nahrung“ nennt sich Liebe, Mutterliebe.

Heute, zum Beginn der 5. Jahreszeit bei uns im Rheinland, flatterte sie mit ihrem Feenkostüm ununterbrochen mit so einer super Laune durch unsere Wohnung, lachte laut als wir im Supermarkt einkaufen waren und pflückte mir draußen Blumen. Kleine hässliche Gänseblümchen die für sie die Schönsten überhaupt waren. Gab mir Küsschen auf meine Nase und haute mir mal keine runter. Sie war ja heute schließlich eine kleine Fee. Und die sind ja immer lieb und zart.

Dieses kleine Kostüm hat sie so glücklich gemacht, das sie nicht einmal gemeckert hat, ein „Nein“ aus ihrem Mund heute so gut wie nie raus kam und sonst hab ich auch nur ein Lächeln in ihrem Gesicht gesehen. Das war für mich ein Sonnenscheintag wie im Bilderbuch.

Was ich damit sagen will ? Zieht euren Trotzkindern ein Kostüm ihrer Wahl an, besonders an Tagen wo es euch nicht gut geht, glaubt mir, euer Kind wird für euch die gute Laune gleich doppelt mit im Gepäck haben. Oder in unserem Fall, in den Flüüügeln. Ganz ohne RedBull versteht sich.

Das Aussehen einer guten Mutter

Heute auf dem Weg nach Hause stellte ich mir die Frage : Wie sehen mich eigentlich andere Leute?

Also so als Mutter. Viele Gedanken hatte ich mir sonst nur gemacht, wegen meines Alters. Nicht das ich mich mit fast 25 zu jung fühle, sondern weil die meisten mich auf 18 schätzen und ich damals in der Schwangerschaft angeschaut wurde, als wäre ich gerade mal 12 und man mich gezwungen hätte, mein Kind auszutragen.

Muss man sich als „Mutter“ die Haare kurz schneiden, bloß keine auffallenden Kleider tragen, sich nicht schminken und oh Gott, bloß keine hohen Schuhe anziehen? Ab da an hat man ja eh nur Männer und Party`s im Kopf,..

Warum schaut man Mütter mit Lippenstift und gewellten Haaren so blöd an und meint ein Augenrollen von Herrn XY mit Aktentasche gesehen zu haben? Kann man sich im Drogeriemarkt nicht einen Concealer aussuchen und einfach nur darauf aufpassen, dass das Kind keinen Lippenstift isst und keinen Lidschatten auf dem Boden verteilt?

Warum denken die Leute nur weil man sich „hübsch“ macht, darauf achtet das Hose und Socken zusammen passen, das man eine „schlechte Mutter“ ist, weil man würde sich ja mit dem Kind gar nicht mehr beschäftigen können.

Die ist geschminkt, die kümmert sich nicht um ihr Kind..hört bzw liest sich sehr übertrieben, aber die Blicke und Worte anderer Menschen sind die Beweise, das es wirklich so hohl denkende Menschen gibt. Vorallem wenn du dann auch noch aussiehst wie ein Teenie.

Dabei habe ich schon die klischeehaftesten Öko-Mutti`s gesehen, die ziemlich schnell die Beherrschung verloren haben weil Maximilian-Florian nicht das machen wollte, was Mutti wollte, sowohl eine ziemlich tussimäßig aussehende ca 20jährige, die alles in der Straßenbahn getan hat, damit ihr kleiner Sohn was zum lachen hat und seine Mutter anstrahlt.

Es ist wie mit allen Vorurteilen. Alle Polen würden klauen, Türken nehmen einem die Arbeitsplätze weg, Moslems sind alles Terroristen und Schwule stehen auf jeden Typ Mann. Vollkommener Quatsch. Genau wie das Vorurteil das eine Mutter die sich was aus ihrem Äußeren macht, sich nicht genug um ihr Kind kümmern kann.

Aber man wird es nicht ändern können. Vorurteile kommen nicht von ungefähr. An jedem Gerücht soll ja bekanntlich was dran sein aber mal ganz im Ernst, wer sich an sowas festnagelt, dem kann man nicht mehr helfen. Und er sich selbst wahrscheinlich noch viel weniger.

Sonntage

Jaja, diese Sonntage.

Von einigen gehasst, weil es dann immer nur noch wenige Stunden bis zu Montag sind und von manchen geliebt, so wie von uns.

Sonntage mochte ich jedoch auch nicht immer. Vorallem nicht, wenn ich am nächsten Tag zur Ausbildung musste (blöder Chef) , oder als ich noch unfreiwillig zur Schule ging (alles blöd außer meine coolen Freunde) .

Irgendwann, so im Laufe des Mutterdaseins, fing ich an mir meine öden Sonntage zu etwas ganz Besonderem zu machen. Das Mia schon morgens das Erste ist was ich sehe, daran habe ich mich schon vor 3 Wochen gewöhnen müssen..sobald die nämlich das erste Mal wach wird, geht ihre Sirene gar nicht mehr an, nö, man klettert jetzt mit 2 Jahren einfach mal über das Gitterbett (nächsten Monat gibt`s dann wohl ein Neues, für stinkalte Kinder).

Nachdem mich mein Kind also morgens total süß anstrahlt, gibt sie mir auch schon im nächsten Moment zu verstehen, ich soll mal ganz schnell meinen Hintern in die Küche bewegen um ihr ihren Kakao zu machen. Mach ich. Bin ja schließlich eine gut erzogene Mutter.

Kakao also ersmal für`s Kind, das gemütlich und eingekuschelt mit Decke schon sein Fernsehprogramm schaut. („Nein Mia, das Kikaninnchen läuft nur in der Woche. Wir haben Wochenende. W O C H E N E N D E. Verstehste wenn du mal groß bist. Ist was ganz Tolles“)

Und ich trinke meinen Kaffee im 0,5 l Becher. 2x. Bevor es dann `nen Herzkasper gibt, gehen wir gemeinsam Brötchen holen und ich freu mich schon sehr, das sie dies eines Tages alleine machen kann. Wenn ich sie überhaupt lassen sollte. Glaube bis zur 8. Klasse werde ich sie immer noch zur Schule fahren..

Das Frühstück wird im Bett bzw. meinem Schlafsofa verputzt, Krümel werden auf den Boden geworfen, ich muss ja eh saugen.

Nach vielen Kuscheleinheiten wird die Kiste ausgemacht, Mia geht spielen oder mich nerven, wir tanzen zwischendruch zu Radiomusik und zwischen meiner alltäglichen Hausarbeit, die ich auch an Sonntagen nicht auslassen kann bzw. möchte, knutsche ich sie nieder, drehe sie in der Luft oder wische mit ihr den Boden, was sie ja zum schießen findet und immer nur „nochmal, nochmal Mama“ ruft.

Mittagsschlaf gibt`s bei uns nicht mehr, also muss Mia sich in der Zeit mit ihrer Mutter zufrieden geben. Das heißt spielen, malen, kneten oder auch mal die Oma besuchen. Manchmal sitze ich auch nur neben ihr am Tisch und bearbeite meine Sachen. Schreibe in mein Notizblock, surfe im Internet und male zwischendurch immer mal ihre Handfläche auf Papier, was sie mir entgegen hält.

Mittagessen versuch ich meist mit ihr zusammen zu kochen. Macht Spaß und schmecken tut es am Ende trotzdem, auch wenn es länger dauert. Aber ihre strahlenden Kinderaugen beim aufschlagen eines Ei`s…unbezahlbar!

Dann geht es raus. Raus, raus, raus. Sauerstoff einatmen, das Leben aufsaugen, was erleben.

In die leere Stadt, Donut`s oder auch mal `nen Berliner sich genehmigen, sich den Zucker von den Fingerchen lecken und auf dem Weg zurück in der Bahn mir von Mia erklären lassen, das sie mich lieb hat. Patsch. Zuckerhand im Gesicht und ein lautes Lachen deines Kindes wo ein Blick in ihren Mund dir sagt : „Vergiss bloß nicht ihr die Zähne zu putzen! Karies!!“ .

Der Sandmann läuft zum Glück auch am Wochenende, die Milch aus der Mikrowelle auch. Ab in`s Bett also für die Prinzessin Zucker, und das Muttchen freut sich auf die neue Woche. Und auf den nächsten Sonntag.

Alles nur eine Phase

Blöder Satz, den ich nie gern gehört habe.

Aber es ist wieder einer dieser Dinge, die man nicht ändern kann, weil sie wahr sind. Das nennt man Fakten und Fakten sind nun mal Fakten.

Und dann wenn du Mutter bist, sind diese „Phasen“ bei deinem Kind Dinge, die immer und immer wieder kommen.

Diese „Phasen“ machen ab und zu mal Pausen. Ist wie bei meinen Diäten. Mal klappt`s 2 Wochen super und du jeden Tag so „Yeah, es läuft..!“ und dann kommen so 3,5,7 Tage, die laufen Mal wieder nicht so rund. Obwohl das letzte Wort doch ziemlich treffend ist..

Jedenfalls sind diese bestimmten Tage bei deinem Kind DIE Tage, wo aus jeder Bitte ein bedeutender Kampf wird, du angeschrien wirst von einem kleinen Wutmonster, weil wie kannst du dich wagen sie zu bitten, doch bitte nach dem Töpfchengang die Hose wieder anzuziehen? Und warum sollte sie sich die Hand vor den Mund halten wenn sie dich anhustet und ihre kleinen Speicheltröpfchen dir direkt ins Gesicht geklatscht werden?

Manchmal denke ich mir, mein Kind ist die Ausgeburt der Hölle. Aber nur in dem Moment. Denn es kann sehr gut sein, das ihr nach einer Stunde schon wieder lachend auf dem Boden liegt und sie dein Gesicht mit 1000 Küssen übersät. Und dann haut sie dich wieder, schmeißt die Fernbedinung quer durch das Wohnzimmer weil sie einfach nicht verstehen will, das die Lieblingsserie zuende ist.

Ich würde zu gern mein Gesicht in solchen Momenten sehen. Wie sich Mutterliebe mit Verzweiflung, Wut und Hilflosigkeit vermischt und du da stehst und einfach nur den „Ausknopf“ suchst, wo du dein kleines Wunder wieder umprogrammieren kannst.

Soll ich dir mal was verraten? Kannst du nicht. Du kannst es nur weiter lieb haben und dir denken : „Es ist alles nur eine Phase.“

Denn das stimmt einfach, auch wenn die Phasen immer mal wieder kommen, sie gehen auch wieder und hey, können wir es den kleinen Menschen verübeln? Egal wie wütend ich manchmal über das Provozieren meiner Mia bin, ich weiß das ich nicht besser war, das auch ich Grenzen ausgetestet habe und das ich nicht nur einmal „voll blöd“ war zu meinen Eltern.

Kinder müssen durch diese „Stimmungsschwankungen“ , Eltern müssen sie aushalten und sich immer daran erinnern, das es zur Entwicklung eines jeden (kleinen) Menschen gehört und eins, da bin ich mir sicher… haben wir diese „Phasen“ erstmal mit ganz viel Ruhe, Geduld und Liebe gemeistert…wir werden belohnt mit einem Kind, das dich verdammt nochmal liebt und dir vertraut, wie nichts anderes auf dieser Welt und du wirst es jeden Tag zu spüren bekommen.

Danke an dieser Stelle an meine Mama, die genau diesen Weg gegangen ist und ich ihr bis heute noch dafür dankbar bin. (Ich weiß das du meinen Blog liest..tut mir leid das ich letzte Woche alle Balisto`s aus deinem Schrank gegessen habe)

Wann bist du eigentlich so „groß“ geworden? oder „Die Liebe meines Lebens“.

Diese Frage stelle ich mir oft in Momenten wo ich ..geschockt bin.

Geschockt über neue Ansichten des Kindes, über neue Wörter und Handlungen und vorallem das Verständniss über bestimmte Dinge.

Um dann beschämt zu Boden zu schauen und sich zu denken : Hast du sie dir echt „dümmer“ vorgestellt? Ehm jaa??

Auf einmal überraschen uns unsere Kleinen Wesen mit Witz und Klugheit und entweder man freut sich und platzt vor Stolz, oder man wird traurig, hysterisch und denkt sich, wo ist die Zeit geblieben? Meistens kommt beides zusammen. Hand in Hand. Was mich oft an meine Schwangerschaft erinnert, wo ich auch 1000 Gefühle zusammen in einen Topf täglich am brodeln hatte und keiner, ja nicht mal ich, wusste wann bzw WER es abbekommt.

Jede Frau, jede Schwangere ist anders schlimm. Weniger schlimm oder der Teufel in Person so wie ich es war. Hormone vertrag ich wohl nicht in diesem Ausmaß und warum ich in dieser Zeit nicht schon alleine ohne Mann war..hab ich keinen blassen Schimmer. Eine Stunde lang heulen weil die Farbe auf der Wand total kacke aussah, oder den Mann aus vollem Halse angeschrien, er solle gefälligst beim Sport duschen und nicht unser warmes Wasser verbrauchen, schließlich müssten wir sparen. Das man am nächsten Tag bei Ikea wieder mehrere Euro`s da lässt..wegen irgendwelchen Stickern, Schrank und Garderoben „die von uns sieht doch mitlerweile doof aus“.., ach, daran denken wir nicht! Es kommt uns nicht mal in den Sinn das wir in der oder dieser Situation vielleicht ein biiischen übertrieben haben. Irgendwann, so nach paar Tagen oder paar Wochen, tut uns unser Verhalten ja doch irgendwie leid. Der Mann liebt einen trotzdem noch und sobald man in seinem Arm liegt, schnurrt man wie ein unschuldiges Kätzchen.

Dann ist das Kind da, die Beziehung geht in die Brüche und mittlerweile ist man an einem Punkt angelangt, an dem man vollends zufrieden ist. Ja, alleine, als Alleinerziehende.

Man entdeckt die Vorteile. Keiner der dir reinredet, Entscheidungen, auf jeden Fall die Alltagsentscheidungen, darfst du alleine treffen und musst keine Absprachen halten..was sehr sehr entspannend sein kann!

Ich will das Alleinerziehenden-Ding einem nicht „schmackhaft“ reden, schließlich ist eine intakte glückliche Beziehung das was jedermann will und sich tief im Inneren wünscht,es liegt ja auch in der Natur, biste also eh machtlos gegen, aber wenn das Leben eben mal sein eigenes Drehbuch schreibt… gibt es da eben auch sowas, was sich Vorteil nennt. Die hast du sowohl als ganze Familie, als auch „Ich-geh-allein-mit-meinem-Kind-über-die-Blumenwiese“- Rolle.

Und ich muss es mir nicht mal schön reden denn ich sehe, mir geht es gut und auch meinem Kind. Ich werde stärker dadurch, beiße mich mehr durch und lerne auch mich besser kennen. Das tut man so oder so als Mutter aber in dieser Rolle, gibt es kaum jemanden der dir Dinge abnehmenn kann. Da musst du dann alleine durch und wie sagt man so schön? Was dich nicht umbringt, macht dich stärker. Auch dieser blöööde Spruch „Die Zeit heilt alle Wunden“, ist einer meiner Liebsten. Weil er stimmt.

Über deine verflossene Liebe bist du eines Tages hinweg, glaub mir. Aber über dein Kind wirst du nie „hinweg“ sein. Du wirst es immer lieben und dein Herz wird dein ganzes Leben lang in deinem Kind weiter schlagen. Daher macht es keinen Sinn dem Kind die Schuld zu geben, für irgendwelche Gründe. Es wurde dir geschenkt als eine Liebe, die dich nie verlassen wird. Liebe mit Garantie..gibt`s sonst nur bei Waschmachienen.

Und so wirst du in dieser ewigen Beziehungen, die auch mit vielen Höhen und Tiefen zu meistern ist, dich immer wieder wundern, wie dein Kind jeden Tag ein Stück größer und klüger wird. Was es heute wieder gelernt hat, was es dir heute wieder gebastelt hat und wie viele deiner Nerven heute wieder auf eine harte Probe gestellt wurden. Dein Kind wird groß. Deine Liebe wird groß und jeden Abend wirst du dein Kind ansehen, ihm einen Kuss geben und all der Ärger vom Tag ist vergessen. Das habe ich bis jetzt noch in keiner Beziehung geschafft.

Männer…

Männer kennen zu lernen, ist so schon nicht immer einfach. Wie schwer soll es denn dann eigentlich für Alleinerziehende sein?

Ich kann bei mir in vielen Dingen Parallelen zu anderen Single-Müttern sehen. Allerdings muss ich zugeben, das ich nach der Trennung vom Kindsvater sehr wohl den einen oder anderen netten Mann kennen gelernt habe. Meistens auf irgendeiner Hausparty von einem meiner Freunde aus Hannover, wo sich netterweise mein Selbstbewusstsein auch mal blicken lässt. Gerne Hand in Hand mit dem Alkohol. Man glaubt es mir vielleicht nicht, aber ich besitze kaum Selbstbewusstsein, könnte NIE eingebildet werden und bin sobald es um das andere Geschlecht geht eher diejenige, die schüchtern und beschämt zu Boden schaut, wenn der hübsche Typ gegenüber in der Bahn versucht mit mir zu flirten. Meint der echt mich?? Nicht rot werden, nicht rot werden…der Boden sieht so..hübsch aus?

Aber wenn im Sommer das Bier gut fließt und ich ohne Kind unterwegs bin, dann lockert sich mein Mundwerk und ich quatsche gern mit Typen. Tut auch mal gut. Da ich aber nie in die „Dich-krall-ich-mir-heute“-Rolle falle, weil das auch nie wirklich meine Absicht ist, bleib ich eher der Kumpeltyp und erzähle dann auch irgendwann total verliebt von meiner Tochter und den Gefühlen als Mutter. Das die Männer dann immer ganz begeistert tun und viel fragen heißt allerdings nicht, das er sich jetzt dich und dein Kind über eine Blumenwiese laufend vorstellt.

Eines Tages lernte ich aber tatsächlich einen potentiellen neuen Partner kennen, den nicht nur ich mir als „Stiefpapi“ vorstellen konnte, sondern auch er war begeistert von meiner Mia. Nachdem ich mir mit ihm sehr sicher war, durfte er sie sogar kennen lernen.

Ein Mann der wirklich kein Problem damit hatte, das seine neue Freundin noch ein Mitbringsel mit in die Beziehung brachte…wow. Jackpot. Dachte ich zumindest.

Ich war nämlich auch immer einer von der Sorte : „Wer will mich eigentlich noch mit einem Kind? “ und war natürlich total erleichtert das genau der Mann, in den ich mich verliebt hatte, einen genauso toll fand.

Irgendwann braucht es nach soviel verliebten ersten Wochen aber auch mal die Abnahme seiner rosaroten Brille. ..und upsalla, auf einmal war ICH diejenige, die nicht mehr wollte. Wenn der Mann von dem man selbst so viel gehalten hatte, sich als was entpuppte, was man nie wollte…ja dann ist es eben so und man denkt sich nur noch…“Nur weil ich ’n Kind habe muss ich nicht unbedingt bei wem bleiben der mich zwar mit ihr akzeptiert…denn es wird bestimmt nochmal wen geben, der uns genauso akzeptieren wird wie er es getan hat.“

Nach wem „Neuen“ suche ich allerdings nicht und bin mir verdammt sicher, dass das noch dauern wird und macht mich nur eins : Glücklich.

Glücklich vielleicht weil ich weiß, es gibt sie. Die Männer die einen toll finden, obwohl man schon ein Kind hat und glücklich, das ich trotz diesem schönen Schicksal mir immer noch meinen Mann aussuchen darf. Und das ich weiß, ich hab es definitiv nicht eilig.

Lieber noch für etwas längere Zeit sich auf sich konzentrieren und allein Hand in Hand mit seinem Kind über die Blumenwiese laufen. Macht man eh weniger Blumen kaputt.

Es nimmt kein Ende

Ein Blick heute morgen aus dem Fenster und sofort der Gedanke : Leben, ist dies nun wirklich dein Ernst? Willst du dich wirklich gegen mich stellen und ich mein wir wissen beide, am Ende gewinnst immer du.

Jetzt schickst du mir noch eine riiiesen Menge an Schnee, obwohl du weißt, das ist echt das LETZTE was ich mir momentan wünsche. Als ob du mich provozieren willst. Noch ein bisschen Schnupfen da, ein zickiges Kind was nicht verstehen will das man Essen nicht ausspuckt um es dann auf Mama`s Teller zu verteilen, `ne kalte Wohnung und dann jetzt auch noch Schnee. Nassen kalten Schnee der im ersten Moment aussieht wie Puderzucker, und wie die meisten Menschen erst später sein wahres Gesicht zeigt und eigentlich nur dreckige Matsche ist.

Was ein Meckerblog hier. Das ist auch wirklich nicht meine Art aber das ist eben das Leben. Das Leben was so unglaublich schön ist mit all seinen überraschenden Erlebnissen und eben auch mit diesen Arschloch-Tagen, die jeder anders empfindet.

Es gibt jetzt viele Kranke die dasselbe wie ich denken, und dann gibt es auch noch diejenigen, die sich freuen später mit ihren Kindern raus gehen zu dürfen, um nochmal `nen Schneemann zu bauen oder `ne Schneeballschlacht zu erleben …oder den Schlitten rauspacken …auch Wolldecke und warmer Kakao stehen dann wieder auf der obersten Liste.

Und dann gibt es eben solche wie ich. Keine Lust mehr mir den Winter schön zu reden. Keine Lust mir das meckern zu verbieten.. so lasse ich nämlich ein bisschen Wut raus. Aber leider nur ein bisschen, weil ich oft das Gefühl habe, ich bin einfach machtlos bei bestimmten Dingen. Und ja, das Wetter gehört da definitiv dazu.

Zum Glück geht es aber dem Töchterchen besser. Gut für sie aber nicht so gut für mich. Der Kopf schmerzt und dennoch ließ man das Kind nicht in die Kita.. das bisschen Husten heute Morgen und das bisschenn Schnupfen ließen meine Alarmglocken aufschrillen mit den Gedanken : Immunsystem nicht ganz fit, Bazillen überall in der Kita, Mia nochmal eine Woche krank..aaaahhh!

Also blödelt man mit ihr rum so gut wie es geht. 1000 Bücher vorgelesen, Essen, Essen und nochmal Essen. Tv gucken, genervt sein davon. Mia mit Pappkartons spielen lassen und sie ihr irgendwann weg nehmen, weil sie sich ständig weh tut dabei. Lieber mit ihr kuscheln aber die hat ganz andere Pläne. Sie strotzt nämlich wieder nur so voller Energie und ist der Wirbelwind der den ganzen Tag mit Mama raus will. Nur die Mama will nicht. Doof.

Nachdem man den Vormittag überstanden hat und Mia zum Mittagsschlaf überreden konnte, ist man total glücklich drüber, das man heute mal „Audio-Nachrichten“ über Whatsapp verschicken konnte und sich getraut hat, seine eigene Stimme zu hören. Die Leute haben Recht, man hat echt ne Piepsstimme.

Ein Blick auf die Uhr zeigt mir gerade, der blonde Zwerg wird bald aufstehen. Und ja Mutti, du weißt es selbst..auch du musst heute raus aber nicht zum Einkaufen, sondern damit dein Kind seine Energie los wird. Aber weißt du was du dann machst? Du beobachtest mal wieder dein Kind. Dieses Beobachten bringt mir nämlich viel. Ich schaue dann immer wie ihre Augen glitzern, wie sie von einem Ohr zum anderen lacht, mich angrinst, wie sie Dinge erkundigt und unverständliche Dinge vor sich hin summt und mir Sachen erklärt. Oder mir lautstark sagt wo lang ich zu gehen habe.

Dieses Beobachten führt dazu, das ich Raum und Zeit vergesse. Ich bin dann immer vollkommen abgetaucht in Mia`s Welt. In eine Welt, wo es nur Schönes und Tolles gibt und die Erkenntnis wieviel man eigentlich für jemanden empfinden kann. Verschwinden in diese süße kleine Welt und all die schönen Gefühle auf mich wirken lassen. Mein Kind. Was morgen wieder ein Stück größer sein wird als heute und du kannst nur genießen und beobachten…die Zeit wirst du nicht festhalten können. Daran erinnen muss ich mich aber auch immer mal wieder, was ich zum Glück nicht oft vergesse.

Und jetzt geh ich mir mal die Nase putzen und gönn mir `nen Schluck Hustensaft. Prost!

Einkauf der etwas anderen Art

Irgendwann muss man sich rausschleppen. Einkaufen gehen, Kühlschrank füllen um nicht nur die ganze Zeit an die Fressalien mit Sehnsucht zu denken, sondern um sie auch mit einem Happen verschlingen zu können. Auch wenn man krank ist.

Traurigerweise fällt mir dann immer auf, das es alles keine gesunden Sachen sind…oh we, wie kann das nur sein? Man versucht sich ständig gesund zu ernähren, es macht einem sogar richtig Spaß und mir persönlich fällt es auch nicht schwer. Das war auch mal anders.

Mit den Gedanken an Keksen und Backcamenbert, Pizza und Co. schleppt man sich nach draußen. Kind, lass die Gammelhose an, Mutti zieht über ihre aber noch die Jeans an, die ihr 3 Nummern zu groß ist. Wollen uns ja nicht blamieren.

Einen Blick in den Spiegel riskieren? Nein lieber nicht. Der von heute Morgen hat eigentlich gereicht. Oder doch komm, nur kurz…ooook, Mia? Fertig? Wir sollten schnell los, bevor ich es mir anders überlege und anfange zu heulen, weil verdammt! Wann bin ich eigentlich schon wieder so blass geworden und die Augenbrauen hab ich doch erst vor 2 Tagen gezupft..oder waren es 2 Wochen? Willkommen im Kopf einer Grippekranken.

Wie fühlt es sich eigentlich an gesund zu sein? Kommt einem vor wie Jahre.

Das Töchterchen hat seine Jacke schon an, Schuhe auch. Verlangt lautstark nach Mütze und Schal und hey, der Puppenwagen wurde auch schon demonstrativ mal in den Flur geschoben. Nur wo ist die Puppe? Das fragte uns auch meine liebste Nachbarin dessen Playmobilhaus wir jeden Tag aus unseren Fenstern bewundern dürfen.

„Ach die wurde gegen den Stoffbeutel voller Plastikobst getauscht.“ Was denn los wäre fragte sie noch, weil die Maus hätte ja grad sehr laut rumgebrüllt. Eher gekreischt. Mia kann sehr gut kreischen. Meine Ohren sind die besten Zeugen die man auffinden wird. „Nun, wir diskutierten. Sie möchte nicht so recht verstehen das wenn sie den Puppenwagen schon mal mit nimmt, sie ihn auch schieben muss. Und nicht sich selbst hineinsetzten soll.“ Ich lächelte gequält und meine Nachbarin die ständig meine H&M Bestellungen entgegen nimmt, fängt an zu lachen. Würde ich in dem Moment auch, aber ich komme mir seit der Erkältung vor wie in einem Delirium und alles ist irgendwie..neblig? Mein Bauch meldet sich wieder, Mia guckt nur noch von Frau V. zu mir und zurück. Will auf meinen Arm, verzieht keine Miene und ich unterhalte mich noch kurz über diese Grippewelle die wohl grad durch`s Land streift.

Im Supermarkt angekommen, Puppenwagen unter dem Kinderwagen verstaut natürlich, fahren wir an der Gemüse- und Obsttheke vorbei. Ein grünen gesunden Apfel mit Vitaminen ? Allein der Gedanke daran bereitet in mir Heulkrämpfe und ich steuere zur Fertigkost. Igitt. Sachen die ich eigentlich nie esse, nach denen schmachte ich auf einmal. Also rein da. An die Kasse, Peinlichkeit bereitet sich in mir aus. Stopp. Dummerchen, als ob die Alte sich besser ernährt an der Kasse. Fies, ich weiß. Aber manchmal muss man nur an sich denken und das es einem selbst besser geht. Kann die an der Kasse meine Gedanken lesen? Nein. Also habe ich niemanden verletzt, bin ihr persönlich nicht zu nah gekommen aber mir geht es in dem Moment besser. Natürlich kann man solche Dinge auch anders klären, aber ich gehe dann doch lieber „meinen Weg“.

Wieder Zuhause. Kekse schmecken scheiße..jaja, jetzt wissen wir auch warum sie reduziert wurden. Ha ha.

Kurz vor`m sterben, auf die Uhr schauen..oh mein Gott. Noch eine ganze Stunde bis das Kind ins Bett muss. Sie früher schicken? Wird sie nicht mitmachen. Film anmachen? Ja, geht nicht anders. Geht mir doch am Po vorbei was jetzt andere Mütter machen würden, schließlich sterben die hier nicht gerade!

Schmeiß die Minions an und Mia ist weg. Eingetaucht in deren Welt… und ich?

Habe mich an sie angekuschelt und umarme ihren kleinen Bauch der sich mit langsamen Atemzügen auf und ab bewegt. Ach mein Herzchen, so lieb wie ich dich habe aber bitte, bitte sei bis Donnerstag wieder fit und geh in die Kita. Ich möchte nur noch schlafen.

19 Uhr. Miiiiaaaaa. Oh, sie liegt neben mir… „Zähne putzen, Bett.“ „Neeeeein, kuscheln!!!“ „Na das sollte doch bitte als kuscheln angenommen werden. Dieses ganze hier.. was diskutiere ich eigentlich wieder mit dir? Oh we, wenn du erst 13 bist, hab ich echt verloren..“

Man schnappt sich also sein Kind, kitzelt es durch, putzt ihm die Zähne, macht noch `ne Milch warm, ihre Wärmflasche und bringt sie ins Bett. Aber natürlich, warum sollte denn das Kind was sonst immer so super mitmacht es heute tun?

Noch weitere 6 x brach ich sie zurück in ihr Bett. Beim 7. Mal gab ich auf.

Weitere 30 min durfte sie kuscheln bis ich sie mit einem persisch gesungen Lied zurück ins Bett brachte und froh war, sie nicht paar Sekunden später wieder im Wohnzimmer stehen zu haben.

Gute Nacht… 🙂

Aller Anfang ist schwer?

Nun also auch noch ein Blog…

Jeden Tag die Menschen bei Instagram zu nerven reicht nicht. Auch mein Tagebuch müsste sich beleidigt fühlen, weil reinschreiben tu ich da auch regelmäßig. Nach meinem Tod überlasse ich meinen Kindern und hoffentlich Enkelkindern also 100.000 vollgeschriebene Blätter mit Gedanken, Problemen, schönen Erinnerungen und Gefühlen auf Papier, die man nicht immer in Foto´s festhalten kann.

Was ich hier genau will, bzw. schreiben möchte weiß ich gar nicht so 100%.

Na klar, viel über uns, den Alltag von einer alleinerziehenden mit einem wirklich teuflisch süßen Mädchen bei dem ich mich oft frage : Du gehörst wirklich zu mir? Mein Kind? Ich bin deine Mutter? Wahnsinn. Danke für die schlaflosen Nächte und für die Momente, wo mein Herz voller Liebe Purzelbäume schlägt.

Aber auch über mich, als Frau. Mit all meinen fraulichen Problemen und Freuden die aber genauso gut alle Menschen erleben und fühlen könnten. In meinem Kopf sind so viele wirre Gedanken die ich durch das Schreiben „geordnet“ bekomme. Auch durch Gespräche. Und weil mir nicht selten gesagt wird, dass ich das ausspreche was man selbst denkt, nur nicht die Wörter dafür zu finden scheint.. ja dann ist doch alles wunderbar und ich kann dem ein oder anderen vielleicht aus der Seele sprechen.

Jetzt werde ich mich erstmal darauf konzentrieren diesen Tag noch zu überleben. Es ist schließlich gerade mal 11 Uhr und ich verzweifel. Für einen Depressivkranken würde heute echt ein scheiß Tag sein.

Es ist bitterlich kalt draußen, der Wunsch nach mehr Wärme wird mit einem Blick draußen auf die Schneeflocken zunichte gemacht..die Wohnung ist dunkel, Licht muss an sein. Hässlich gelbes Licht.

Man ist eh schon krank, erkältet bis zum geht nicht mehr und nein, das Kind spielt nicht in der Kita sondern ist ebenfalls zu Hause inkl. Rotznase. Einkauf ist wieder alle, die Wäsche gammelt unten im Waschkeller und eigentlich will man nur noch unter der Decke bleiben und Winterschlaf halten. Vielleicht wecken einen ja dann Schmetterlinge und Vögel. Wer weiß?

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